Ü: Das andere Buch

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Nicht immer sollen Bücher nur gelesen werden. Manchmal rücken auch ihr Material, ihre Form, ihre Farbe, ihre Textur, ihre Faktur, ihre Größe in den Vordergrund. Spielarten dieser 'artists' books' sind: Konzeptbücher, Objektbücher, Buchskulpturen, Leporellos, Kartotheken, Schriftrollen, Schrifttafeln, Hefte, Loseblattsammlungen, Schachteln, Stoffbücher, Puzzles, Mobiles, Multiples ... In all diesen Fällen handelt es sich um eigenständige Kunstwerke zwischen Kunst und Literatur, in denen das Buch selbst zum ästhetischen Gegenstand geworden ist. Solche Buchobjekte reflektieren die Geschichte der Medien Buch und Schrift; die Geschichte des Schreibens und des Druckens; die hohe Wertschätzung des Buches, aber auch die mutwillige Zerstörung des Buches; die Beweglichkeit und die Zensur des gedruckten Wortes; die Haptik des Lesevorgangs; die ästhetischen Qualitäten des Buchs als Objekt und die wechselseitige Durchdringung von Kunst und Literatur.

artists' books sind eine Erscheinung des 20. Jahrhunderts. Es begann mit den Visionen eines 'neuen Buches' von Marinetti, Mallarmé und El Lissitzky, die in den avantgardistischen Arbeiten der Futuristen, der Dadaisten und der Konstruktivisten teilweise verwirklicht wurden. Eine zweite Welle entstand in den 1960er Jahren mit der Konzeptkunst, Konkreten Poesie, Neo-Dada und Fluxus. Auf dieser Periode liegt der Schwerpunkt der Lehrveranstaltung. Bekannte deutsche Künstler sind Joseph Beys, Diter Rot, Timm Ulrichs, Gerhard Rühm, Jochen Gerz, Konrad Balder Schäuffelen, Gerhard Rühm, Anselm Kiefer, Günter Uecker, Hanne Darboven.

Da man Künstlerbücher nicht im normalen Buchhandel und auch nicht in normalen Bibliotheken, sondern nur in spezialisierten Galerien, Museen, Sammlungen und Archiven findet, müssen wir uns für eine nähere Bekanntschaft auf Exkursion begeben. Ziel ist das Studienzentrum für Künstlerpublikationen der Weserburg Bremen mit dem größten und bedeutendsten Bestand an Künstlerpublikationen seit den 60er Jahren in Europa.

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