Die Erscheinungsformen 'digitaler Literatur' sind vielfältig: am bekanntesten (damit aber noch lange nicht aktiv rezipiert) sind wohl die unzähligen Mitschreibeprojekten und Hypertexte im Netz. Dabei bieten das Netz und der Computer noch viel mehr: Die Lehrveranstaltung will solche Phänomene wie kinetische Poesie, multimedia art, interaktive Installationen, digital art und Gedichte in Programmiersprachen, die sog. Codework, entdecken helfen und an Beispielen aus der deutsch- und englischsprachigen Szene vorstellen. Dabei sollen diese neuen Literatur- und Kunstformen in ihren Konsequenzen auf wichtige Grundlagen der Literaturtheorie untersucht werden. So ist insb. zu prüfen, wie sich die herkömmlichen Vorstellungen von Text/Werk, Autor, Rezipient verändern. Eine wichtige Fragestellung ist auch, wie sich die digitale Literatur im Spannungsfeld zwischen Innovation (neuen Medien) und Tradition (im Rückgriff auf traditionell lineare, aber auch auf experimentelle Schreibweisen) verorten lässt. Zur Vorbereitung: intensives Surfen im Internet.

